OV Historie

Neugründung am 9. Februar 1990

Nach der politischen Wende im Herbst 1989, der Gründung der SDP am 7. Oktober in Schwante und der Gründung der SDP des damaligen Bezirkes Dresden am 16. November 1989 im Kulturpalast fand die Neugründung der SPD Gröditz am 9. Februar 1990 in der damaligen Gaststätte "Am Eichenhain" statt.

 

Feierlichkeiten am 11. Februar 2000!

Rede des OV-Vorsitzenden Klaus Hirschnitz anlässlich der Festveranstaltung "10 Jahre SPD Gröditz"

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
sehr geehrte Gäste,
liebe Genossinnen und Genossen,

ich begrüße Sie/ Euch recht herzlich hier im Saal der Kulturstätte Gröditz zur Festveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Neugründung des SPD–OV Gröditz.
Ganz besonders stolz sind wir Gröditzer vor allem deswegen, da es die zentrale Feier des UB Dresden-Elbe-Röder ist.
An dieser Stelle sei mir ein Dankeschön an die Dresdner, Meißner, Riesaer und Großenhainer Genossinnen und Genossen gestattet welche sich solidarisch erwiesen haben und unserem kleinen OV diese Festlichkeit austragen lassen.
Lassen Sie mich an den Anfang meiner Ausführungen außerdem ein Dankeschön sagen, zu einem für Ihr/ Euer zahlreiches Erscheinen und zum anderen für das dadurch demonstrierte Entgegentreten gegen die so oft zitierte Politikverdrossenheit der Menschen.
Nachdem sich die sozialdemokratische Partei der DDR, im übrigen von den meisten Westdeutschen unbemerkt, am 7.10.1989 in Schwante gegründet hatte, vollzogen also auch wir Gröditzer diesen Schritt mit einem gewissen zeitlichen Abstand am 9. Februar 1990.
In der damaligen Gaststätte ,, Am Eichenhain ,, folgten damals rund 350 Männer und Frauen dem Aufruf zur Gründung des SPD-Ortsverbandes. In dem Namen Ortsverband lag die Hoffnung mehrere Ortsvereine zu gründen. Dazu kam es dann allerdings nicht, im Gegenteil der OV Gröditz ist über die Stadtgrenzen hinaus noch zuständig für die Gemeinden Röderaue, Nauwalde und Wülknitz.
Eine durchaus reizvolle Aufgabe, allerdings vom Kraft- und Zeitaufwand eine schier unlösbare Zielstellung. Aus 350 interessierten Bürgerinnen und Bürgern ging also der SPD-OV Gröditz mit damals 18 Mitgliedern hervor. Erster Vorsitzender wurde Tassilo Jentsch, vier weitere Gründungsmitglieder ( Thomas Arndt, Werner Becker, Maria Jentsch und Peter Packroff ) gehören
dem OV noch heute an. Leider verstarben auch aktive Mitglieder viel zu zeitig , so unter anderem Lothar Noll und erst im vergangenen Jahr unser Kreistagsmitglied Gunter Heinrich nach langer, schwerer Krankheit. Aber gerade Gunter sein Vermächtnis, ein lebendiger, aktiver und vor allem ein politisch spürbarer OV zu sein, wollen und werden wir gern erfüllen. Unser OV bestehend aus Arbeitslosen und Selbstständigen, aus abhängig Beschäftigten und Geschäftsführern bis hin zu rührigen Pensionären ist es, so glaube ich es stolz sagen zu können, Einiges gelungen. Zum einen durch vielseitige politische Aktivitäten, genannt sei hier zum Beispiel die von uns initiierte regionale Kreisgebietsreformdebatte bis hin zu der erfolgreichen Veranstaltung mit dem heutigen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse. Zum anderen sei genannt unsere ständig gewachsene Stadtratsfraktion. In den Jahren 1990 bis 1994 noch ohne Fraktionsstatus arbeiteten ehrenamtlich Thomas Arndt und Peter Packroff im Stadtrat. In der zweiten Legislaturperiode wirkten eben genannte und meine Person erstmals als eigenständige Fraktion. Seit dem vergangenen Jahr sind wir eine Fünferfraktion bestehend aus vier SPD Stadträtinnen- und Stadträten sowie dem F.D.P. Stadtrat Matthias Hofmann. Besonders erfreulich dabei die erstmalige Wahl unserer Grundschulleiterin Frau Apitz aber auch des noch relativ jungen Hagen Görsch.
Dies allein zeigt Ihnen deutlich, und wie gesagt es macht uns einerseits stolz, welche Aufgaben uns die Mitbürgerinnen und Mitbürger aufgegeben haben, bzw. was sie von uns erwarten. Nämlich eine transparente, sozial ausgewogene aber vor allem dem Grundwesen unserer Partei nach eine bürgerfreundliche und arbeitnehmerfreundliche Politik zu machen.
Dieser Aufgabe stellten sich im übrigen schon im Jahre 1903 zwölf Männer und Frauen, als sie nämlich den ersten SPD-OV in Gröditz gründeten. Damit bin ich schon bei der Geschichte der Sozialdemokratie in unserer Heimatstadt Gröditz angelangt. 10 Jahre Neugründung ist nach der politischen Wende 1989 sicherlich richtig, genauso darf es aber auch im Jahr 2003 ,, 100 Jahre SPD Gröditz ‘’ heißen. An dieser Stelle möchte ich den Dank an Dr. Gerhard Richter vom Heimatverein Unternehmen Gröditzer Stahlwerke aussprechen. Dr. Gerhard Richter war es, der in mühevoller Kleinarbeit aus dem Staatsarchiv Dresden, dem Betriebsarchiv der GSW sowie dem Archiv des Heimatvereins zu mindestens einige geschichtliche Eckdaten herausgezogen hat. Ausführliche Unterlagen gibt es leider keine mehr, denn in den zwei zurückliegenden Diktaturen wurde mit den sogenannten Andersdenkenden in der uns allen noch bekannten Manier umgegangen und sogar historische Schriften vernichtet. Allerdings wissen wir heute das 1933 SPD-Mitglieder verhaftet wurden, darunter Bürgermeister Weinhold, der Kassierer Otto Steglich, Paul Lehmann sowie Wilhelm Richter. 1945 wurde die SPD-Ortsgruppe neu gegründet, deren erster Vorsitzender Richard Weinhold war. Die Geschichte der SPD war immer eng mit dem Stahlwerk verbunden. Als tatkräftige Leute in Partei, Gewerkschaft, Stahlwerk und Gemeinde werden immer wieder Sozialdemokraten genannt wie Paul und Willi Lehmann, Richard Weinhold, Richard Kretschmar, Richard Salbach, Hans Leppin, Friedrich Gordener, Köppe und Max Hirschnitz. Vor der Zwangsvereinigung von SPD und KPD gab es in Gröditz heftige Diskussionen. Die nach Mitgliederzahl kleinere KPD schluckte die größere SPD. Hier an dieser historischen Stätte, dem damaligen Gasthof Wendt, wurde am 21.4.1946 die Arbeit der SPD jäh abgebrochen und die SED gegründet. Eine große Anzahl Sozialdemokraten trat dieser in der Hoffnung auf loyale und ehrlicher Zusammenarbeit bei. So unter anderem Willi Lehmann der beginnend im Jahre 1950 viele Jahre Bürgermeister von Gröditz war. Ein großer Teil des SPD- Ortsvereins hielt die Vereinigung für nicht richtig bzw. für verfrüht. Sie wurden nicht gehört oder politisch tot gestellt. Schizophren ist außerdem das der Trotzkist Rössner ,selbst von den damaligen SED- Oberen verstoßen, 1953 als Agent des Imperialismus und als rechter Sozialdemokrat bezeichnet und beschimpft wird. Bereits 1946 erwischte es Friedrich Gordener , er wurde sogar aus dem Betriebsgewerkschaftsausschuss und später aus dem Stahlwerk entfernt.
Soweit möchte ich es mit dem kleinen geschichtlichen Rückblick bewenden lassen.
Als Abschluss liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste sei mir noch ein Wort zur jetzigen politischen Situation gestattet.
Im Parteiengesetz der BRD heißt es im § 1 , Abs. 1, ich zitiere :
Die Parteien sind ein verfassungsrechtlich notwendiger Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Sie erfüllen mit ihrer freien, dauernden Mitwirkung an der politischen Willensbildung des Volkes eine ihnen nach dem Grundgesetz obliegende und von ihm verbürgte öffentliche Aufgabe. Ende des Zitats.
Lassen Sie uns gemeinsam, zum Wohle unserer Stadt Gröditz, und den derzeitigen politischen Skandalen auf Bundesebene zum Trotz, als in Verantwortung stehende Kommunalpolitiker diesen Grundsatz mit Leben erfüllen.

Ich danke für Ihre/Euere Aufmerksamkeit.

 

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